Auswahlprinzipien

Die geometrische Karte von 1698 und die „Rannsakningar“ des Pfarrers Abraham Aschanius von 1667 bieten ein deutliches Bild der Grenzen und der Besiedlung des Klostergebiets. Ann-Charlott Feldts archäologische Studie „Klosterlämningar och boplatsspår“ beschreibt dicke Lager humusreicher Erde an der Stelle, die man den Klostergarten nennt.

Wir haben uns dafür entschieden, das Klostergebiet mit einem Bretterzaun aus liegendem Nutzholz abzugrenzen. Reste einer Mauer haben sich nicht finden lassen, nicht einmal an der verhältnismäßig unberührten Grenze im östlichen Gebiet, erhaltene Bretterzäune um Klöster herum lassen sich aber in Litauen finden. Man kann diskutieren, ob das Kloster in Askeby außer an den Wegen entlang einen Bretterzaun benötigt hat. Ein Wallgraben kann an anderen Stellen des Gebiets als Grenze gereicht haben.

Systematischere Studien der Besiedlung sind nicht vorgenommen worden. Bei der Ausgrabung 2012 ist man zwar auf den Grund des „Pfortenhäuschens“ gestoßen, wir ahnen aber weitere Hausgründe. Der Königshof, der sich im Anschluss an die Klostergebäude befand, ist hier markiert und vorsichtigerweise aus Holz erbaut worden, obwohl er logischerweise ein festes Steinhaus hätte sein müssen, um das Kloster und die daran vorbeiführende Handelsstraße von Ost nach West zu sichern. Wir nehmen an, dass sich westlich des Klosters Häuser befanden. In Dokumenten werden verschiedene Handwerker, z.B. ein Wagenbauer, erwähnt.

Wir haben eine interessante Diskussion über die Platzierung der Nonnenkonvente in Klosterkirchen geführt. Gewisse Gründe sprechen dafür, dass die Nonnen jedenfalls in älteren Zisterzienserklöstern eine Galerie oder ein oberes Stockwerk der Kirche disponierten. Sie saßen nicht im Chor. Welche Verhältnisse in Askeby vor den 70er Jahren des 14. Jahrhunderts herrschten, wissen wir nicht. Für die Zeit danach existiert nichts, was gegen die Auffassung spricht, dass der neugebaute Chor von den Nonnen benutzt wurde.

Die Platzierung der Pietà hat variiert. Nach einer größeren Restaurierung Anfang der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Pietà auf dem Hochaltar platziert, was gegen alte Zisterzienserregeln verstößt, die besagen, dass der Altar neben Kreuz und Kerzen frei von Gegenständen sein soll. Traditionsgemäß sollte auf der Nordseite der Klosterkirche ein Marienbild angebracht werden. Andreas Lindblom, der die Restaurierung in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts leitete, meinte, dass anstelle dessen die Pietà auf dem damaligen Hochalter platziert werden sollte, um die Betonung der Zisterzienser von Marienkult und Jesu Leiden zu unterstreichen. Außerdem war es im 15. Jahrhundert nicht ungewöhnlich, Altäre zu schmücken. Eine erhalten gebliebene vielfarbige mittelalterliche Altarborte spricht auch dafür, dass der Chor ausgeschmückt war. Heutzutage hat die Pietà ihren Platz auf einem Fundament im östlichsten Teil des Chors.

Die gemauerten Nischen im Chor sind lange Zeit diskutiert worden. Die größere Nische im Hochchor kann ein Sitzplatz gewesen sein und die übrigen drei Aufbewahrungsschränke für liturgische Bücher und Gefäße. Weiter unten im Chor gibt es auch Nischen, von denen die größeren wahrscheinlich Seitenaltäre enthalten haben, und die zwölf kleineren vielleicht Kreuze.

Aus Kostengründen ist die Konstruktion der Gebäude vereinfacht worden, zum Beispiel sind die Chorschranken niedrig und fest gefügt statt hoch und mit gebrochener Struktur konstruiert worden.

Wir gehen davon aus, dass Kloster Askeby gemäß den allgemeinen Vorschriften für ein Zisterzienserkloster aufgeführt war. Bei der Rekonstruktion sind wir davon ausgegangen, dass die Klostergebäude dieselben stilistischen Züge trugen, die man noch heute in der Kirche sehen kann.

Die alte Steinkirche war weiß gekalkt, während die roten Ziegelwände in der nach dem Brand neu erbauten Kirche und in den Klostergebäuden nicht verputzt waren. Die Konstruktion der Außenseite der Kirche baut hauptsächlich auf Erik Lundbergs Bearbeitungen von Andreas Lindbloms Vermessungen der frühmittelalterlichen Kirche. Die Studie von Gunnar Redelius „Kyrkobygge och kungamakt“ (1972) ändert dieses Bild nicht. Eine Studie von A.C. Bonnier und Jan Eriksson fasst die Forschung zusammen und fügt unter anderem neue Angaben über das Alter der hölzernen Schwellen in der Hofkirche hinzu.

Waren die Dächer mit Span oder Ziegel bedeckt? Wir haben hier Ziegeldächer vorgeschlagen. Ann-Charlott Feldts Untersuchung „Klosterlämningar och boplatsspår“ weist auf Spuren von kalkreichen Dachziegeln hin.   

Größere Ausgrabungen sind nicht vorgenommen worden, aber archäologische Untersuchungen in der Zeit 1946-2005 werden in „Visualisering av Askeby kloster, Rapport UV Öst 2005:68“ von Annika Konsmar zusammengefasst. Die ältere Baugeschichte des Klosters bis zum Umbau nach dem Brand 1377 ist unklar und erfordert eine umfassendere archäologische Untersuchung. Aber unter Berücksichtigung des Kirchhofs ist sie nicht durchführbar. Wir gehen davon aus, dass das neue Kloster auf dem Grund des alten erbaut wurde.

Radaruntersuchungen und Probegrabungen haben Klosterhof, Kreuzgänge und einen Klosterbrunnen festgelegt. Die Mauern waren wie die Klosterkirche in der sogenannten Schalmauertechnik mit Ziegeln gebaut. Ein Schreiben von Äbtissin Anna stellt fest, dass die Kreuzgänge, wahrscheinlich einer Direktive von Bo Jonsson Grip folgend, mit gewölbten Dächern gebaut waren. Sicher beinhaltete der östliche Gebäudeteil den Kapitelsaal, Gesprächs- und Arbeitsräume und das Dienstzimmer der Äbtissin.

Die Angaben über die südlichen Gebäudeteile sind unsicherer, um nicht zu sagen widersprüchlich. Aber auch hier folgen wir den allgemeinen Vorschriften. Das Gebäude enthielt normalerweise Wärmeraum, Esssaal und Küche. Wir nehmen an, dass der Wärmeraum auf den Mauern des heutigen Glockenturms lag. Für unser Bild des Esssaals, des Refektoriums, der einer der wichtigsten Räume des Klosters war, sind wir vom Kloster Vadstena ausgegangen.