Das Leben im Kloster spiegelte in vieler Hinsicht wichtige Aspekte im Leben eines Menschen im Mittelalter. Für den damaligen Menschen war der Tod eine stets gegenwärtige Realität auf eine Art und Weise, die für uns heute schwer vorstellbar sein mag. Die Beulenpest, auch Schwarzer Tod genannt, trug sicher dazu bei, diese Mentalität zu verstärken, aber auch, wenn es einem gelang den Seuchen zu entkommen, war die Chance, seinen 60. Geburtstag zu erleben, nicht besonders groß. Wenn auch Nonnen im Allgemeinen eine längere durchschnittliche Lebenslänge gehabt haben dürften als ihre Zeitgenossinnen, kamen Todesfälle im Kloster trotzdem oft vor, sowohl unter den Nonnen selbst und nicht zuletzt unter den Kranken, Alten und den oft zu Fuß Reisenden, die dort ihre Zuflucht gesucht hatten.
Im Zusammenhang mit Todesfällen wurde ein Priester hinzugerufen, und die oder der Sterbende bekam die Möglichkeit zu beichten und die Absolution (die Vergebung der Sünden) zu erhalten. Der Priester führte auch heiliges Öl mit sich, um das Ritual zu verrichten, das in der heutigen katholischen Kirche die Bezeichnung „letzte Ölung“ erhalten hat. Ursprünglich wollte man damit erreichen, dass der oder die Kranke gesund werden sollte, daher der Terminus „oleum infirmorum“ (die Ölung der Kranken). Nachdem der Tod eingetroffen war, wurde eine Totenwache für mindestens eine Nacht angeordnet.
Die Beerdigung, die sobald wie möglich nach dem Todesfall stattfinden sollte, wurde mit einer Totenmesse, dem Requiem, eingeleitet, das unter anderem daraus bestand, dass der Priester eine Grabrede hielt. Danach verrichtete er die Erlösung der Toten, die „Absolutio mortuorum“. Das bedeutet, dass man für die oder den Verstorbenen betete, diese oder dieser danach mit Weihwasser bespritzt und gesegnet wurde und die endgültige Vergebung der Sünden erlangte. Danach wurden die sterblichen Überreste aus der Kirche hinausgetragen, um beerdigt zu werden. In Askeby wurde eine verstorbene Nonne durch die Pforte des Todes hinausgetragen, „porta mortuorum“, die heute in die Sakristei führt. Särge wurden nicht benutzt, sondern der Leichnam wurde auf einer Bahre hinausgetragen und direkt ins Erdreich gelegt.
Es kam auch vor, dass hochadlige Personen mit Verbindung zur Kirche in der Kirche beerdigt wurden. Die besten Plätze waren in nächster Nähe des Altars. Es gibt mehrere Beispiele für Beerdigte in der Kirche. Im Jahr 1299 wählte der einflussreiche Nils Sigridsson, der dem Kloster einen umfangreichen Geldbetrag schenkte, seinen Grabplatz dort. Er war der Stammvater des Geschlechts Natt och Dag.
Aber auch Personen mit niedrigerem sozialem Rang bekamen ihren Grabplatz in der Kirche. Dies gilt für Håkan Jonsson in Gärstad, der 1369 der Kirche Boden geschenkt und die Äbtissin und mehrere Nonnen mit persönlichen Gaben bedacht hatte. Im Jahr 1390 hinterließ Sigrid Johansdotter in ihrem Testament den Hof Nelhammar in Ukna und bekam einen Grabplatz in der Kirche. Ein knappes Jahrhundert später, 1477, spendete Johan Bysse einen Hof im Kirchspiel Rystad, um dafür für seine Ehefrau einen Grabplatz in der Kirche zu bekommen. Wir wissen nicht, an welchem Platz in der Kirche die Erwähnten begraben wurden, sicher aber nicht an den „offizielleren“ Plätzen.
