Zur Klosterzeit stand das Taubecken weit links, direkt hinter dem Eingang der Gemeindekirche. Das Taufbecken war unter dem Ersten, worauf die mittelalterlichen Gemeindemitglieder trafen, wenn sie den Kirchenraum betraten. Heutzutage ist Askebys mittelalterliches Taufbecken vorn im Chor platziert.


Die Taufe war die erste christliche Handlung, die ein Mensch erlebte. Durch die Taufe wurde das Kind in die christliche Gemeinde aufgenommen. Das Taufbecken stand deshalb nahe am Eingang, um jedes Mal, wenn man daran vorbeiging, daran zu erinnern. Eine andere, abergläubischere Vorstellung war, dass man das ungetaufte Kind für heidnisch und damit von bösen Mächten beherrscht hielt. Sie durften nicht weiter als notwendig in den heiligen Kirchenraum hineingelassen werden.
Die Taufe war und ist eine heilige Handlung, ein Sakrament. Darum ist das Taufbecken eines der allerwichtigsten Inventarien einer Kirche. In der Missionszeit wurden die ersten Christen getauft, indem man sie in einer Quelle, in einem See oder einem Gewässer oder einer Tonne untertauchte. Als später alle Erwachsenen getauft waren, ging man dazu über, Kinder zu taufen. Auch Kinder wurden im Wasser untergetaucht, aber das Taufgefäß musste nicht mehr so groß sein. Das führte dazu, dass im 12. Jahrhundert eine umfassende Herstellung von Taufbecken ihren Anfang nahm. In Östergötland sind um die 70 Taufbecken bekannt. Die Becken sind künstlerisch geformt und wurden gewöhnlicherweise aus Kalk- oder Sandstein gehauen, Granit und Marmor wurden auch benutzt. Meist erhielten sie die Form eines großen Abendmahlskelchs mit Fuß, Schaft und Kuppa.
Die große Kuppa wurde ein paarmal im Jahr mit Wasser gefüllt, das mit Gebeten geweiht wurde. Vor der Taufe wurde das Taufwasser erwärmt, indem heiße Steine in die Kuppa gelegt wurden. Zwischen den Taufzeremonien wurde das geweihte Wasser mit einem Deckel geschützt.
Ein neugeborenes Kind sollte so schnell wie möglich durch die Taufe, die nicht nur aus dem Eintauchen bestand, vor den Mächten des Dunkels errettet werden. Während des Taufakts wurden auch Beschwörungen gelesen, damit der Teufel das Kind in Ruhe ließ. Das Kind bekam ein paar Salzkörner zu kosten, die Weisheit symbolisierten, und es wurde mit wohlduftendem Öl, Chrisam, gesalbt, zur Erinnerung an Christus, „den Gesalbten“. Im späten Mittelalter wurde es üblicher, nur den Kopf des Kindes mit Wasser zu begießen, weshalb so manches alte Becken weggeräumt und durch ein neues mit kleinerer Kuppa ersetzt wurde.
Das Becken von Askeby stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Es kann als Halbfabrikat aus grauem Kalkstein von Gotland importiert worden sein, wonach es von einem Steinbildhauermeister in Östergötland fertiggestellt worden ist. Taufbecken, die älter sind als dieses haben normalerweise eine Abflussöffnung im Boden der Kuppa, woraus das Wasser durch den Fußboden innerhalb der geweihten Mauern der Kirche ablaufen konnte. Eine derartige Öffnung gibt es im Becken von Askeby nicht. Man kann annehmen, dass das Taufwasser hier stattdessen in einen inneren Kupferbehälter gegossen wurde, der dieselbe Form und Größe hatte wie die Kuppa. Wenn das Taufwasser erneuert werden musste, wurde der Behälter herausgehoben und geleert. Das geschah entweder auf dem Kirchhof oder in ein Abflussloch in der Wand, der sogenannten Piscina.
Das Taufbecken hat die Form eines vierblättrigen Kleeblatts, eine sogenannte Vierpassform. Die Kuppa und der Schaft, auf dem die Kuppa ruht, werden von vier Männerköpfen mit verschiedenem Aussehen geziert. Einige Köpfe sind beschädigt, aber auf einem davon kann man sehen, wie fein der Steinbildhauer das Haar und den Bart des Mannes gemeißelt hat. Solche Köpfe existieren auf mehreren Taufbecken aus dem Mittelalter. Sie können entweder die vier Paradiesflüsse symbolisieren, die vom Paradies aus in die vier Himmelsrichtungen der Erde hinausströmen, oder die vier Evangelisten, die die christliche Botschaft hinaus in alle Ecken der Welt bringen.
Das Becken ist wahrscheinlich bemalt gewesen, davon sind aber keine Spuren mehr sichtbar. Im Jahr 1693 wurde das Taufbecken durch ein kleineres Becken aus Messing ersetzt. Das große steinerne Becken wurde entsorgt und wenig rücksichtsvoll behandelt. Im Zusammenhang mit der Renovierung der Kirche 1877 wird über das alte Becken aus Stein nämlich erzählt, dass es: „… zwar aus seinem dunklen Versteck unter anderem Unrat hervorgezogen, aber in mehrere Teile zerschlagen und außerhalb der Ringmauer weggeworfen worden ist.“ Bei der Restaurierung 1951 platzierte man das mittelalterliche Taufbecken auf seinem jetzigen Platz vorn im Chor und nahm es wieder in Gebrauch, wenn auch mit einer kleineren Taufschale.
