Musik

Der Begriff „Gregorianischer Gesang“ wird im 9. Jahrhundert zu ersten Mal erwähnt. Er zielte nicht auf künstlerischen Wert ab, sondern sollte allein der Liturgie bei Messe und Stundengebeten dienen. Die Texte sollten hervorgehoben werden, nicht die Musik an sich. Gut gesungen, meinte man, trat der Text besser in Erscheinung als nur gesprochen. Alle Gesänge wurden auf Lateinisch gesungen.

Den helige Ande i form av en duva sjunger i Gregorius öra och Gregorius förmedlar sången till en skrivare.
Sida ur Antiphonarium Cisterciense med antifoner till de olika tidegärderna på S Mikaels dag.
Antiphonarium Cisterciense tryckt 1545 i Troyes. Antifonariet tillhörde cisterciensklostret i Pelplin, Polen, och kom till Sverige som krigsbyte.Tillhör Linköpings Stiftsbiblioteks samlingar.
Försättsbladet till Antiphonarium Cisterciense som 1603 ingick i klosterbibliotekets i Pelplin samlingar.

Gregorianischer Gesang ist, wie der Name andeutet, ein Musikstil, der allein auf Gesang aufbaut. Es ist eine Art Chorgesang, der von christlichen Mönchen im Mittelalter ausgeübt wurde. Er war im 6. Jahrhundert entwickelt worden, hatte aber seinen Ursprung im jüdischen Gottesdienst.

Es war Papst Gregorius I., der wollte, dass alle Klöster ein Standardrepertoire an Gesängen haben sollten. Er ließ eine große Zahl von Sängern sammeln und eine Chorschule einrichten, die Schola Cantorum in Rom, in der die Mönche das Singen übten. Er ließ auch eine Ordnung, eine Liturgie dafür feststellen, wie der Gottesdienst durchgeführt werden sollte. Bei seinem Tod 604 war der gregorianische Gesang durch wandernde Mönche überall in Europa bekannt gemacht worden. Nach Schweden gelangte er wahrscheinlich mit Mönchen aus England. Im sechsten Jahrhundert konnte man Melodien nicht notieren, sondern allein durch Zuhören konnte man die Melodien weitergeben.

Eines der Bilder oben zeigt, wie der Heilige Geist in Form einer Taube Gregorius ins Ohr singt, und wie er dies an einen Schreiber weitergibt.

Um das Jahr 1000 kommt eine einfache Notation vor, die sogenannten Neumen, eine Art vereinfachter Notenschrift, die zeigt, ob die Melodie steigt oder fällt. Man schrieb auf großen Bögen, damit mehrere Personen gleichzeitig singen konnten. Mit der Zeit entwickelt sich die Notation dazu, die Noten auch Zeitwerte, vier Notenlinien und ganze und halbe Tonschritte umfassen zu lassen. Die Melodien wurden in sogenannten Kirchentonarten geschrieben, wovon es acht gab, die sich durch die Platzierung der Halbtöne in der Tonleiter unterscheiden. Dur und Moll waren unbekannte Begriffe für diese Musik.  

Die Singweise ist durch einstimmigen Gesang gekennzeichnet. Im Spätmittelalter kam allerdings auch einfacherer mehrstimmiger Gesang vor.  Der Rhythmus war frei und sollte dem Text angepasst werden, der aus dem Psalter stammte. Zwischen den Strophen kommen kurze Kehrreime wie Alleluja, Amen, Gloria Patri vor.

Der Gesang wurde ohne Instrumente gesungen und war ein sehr wichtiger Teil der Liturgie. Ursprünglich war es ein Wechselgesang (Introitus) zwischen einem Vorsänger und einer Singgruppe, aber Wechselgesang zwischen zwei geschulten Gruppen kam auch vor (Antiphonaler Gesang). In den Zisterzienserklöstern waren die Gesänge die wichtigsten Elemente der Stundengebete, der acht täglichen Gebetsstunden. 

In der katholischen Kirche werden die gregorianischen Gesänge noch heute in Kirchen und Klöstern in ihrer ursprünglichen Form vorgetragen. In schwedischen Klöstern hat man die Texte oftmals ins Schwedische übersetzt, aber man befolgt noch immer die alte Notation. In der protestantischen Kirche werden die Gesänge auch in Messen benutzt, teils in ursprünglicher, teils in bearbeiteter Form. In diesem Fall werden sie altkirchlich genannt und auf Schwedisch gesungen.

Das Visualisierungsprogramm schildert das Milieu im Herbst. Hören Sie unten auf der Seite den Gesang zum Stundengebet Terz am Tag des Heiligen Michaels. An diesem Tag singt man immer die Antiphon dieses Stundengebets und Psalm 119, Vers 33-41 aus dem Psalter. Der gregorianische Gesang „Die 29. septembris in dedicatione S. Michaelis Archangeli“ ist dem Antiphonarium Cisterciense entnommen, das dem polnischen Zisterzienserkloster in Pelplin gehört hat und heutzutage in den Sammlungen der Stiftsbibliothek Linköping enthalten ist.