Gotland war jahrhundertelang ein Verbindungsglied zwischen schwedischen, dänischen und deutschen Handelsinteressen gewesen.

Deutsche Kaufleute nahmen bald den Führungsplatz ein, unter anderem mithilfe ihrer effektiveren Handelsschiffe, der Koggen. Gebiete, die Uppland, Södermanland, Östergötland und das nordöstliche Småland umfassen (Schweden existierte ja noch nicht) kamen nach und nach zu einer europäischen, hauptsächlich deutschen Gemeinschaft hinzu, die für Wirtschaft und Gesellschaft große Bedeutung entwickelte. Am wichtigsten von allem waren die Erbschaftsgesetze, die hier von den Bestimmungen „Erstgeburtsrecht und ungeteiltes Erbe“ geleitet wurden. So war es nicht in anderen Teilen Skandinaviens.
Söderköping entwickelte sich jetzt zu einem wichtigen Handelszentrum, das ja eine große Bedeutung erlangte, nicht zuletzt für die Arbeit im Kloster Askeby.
Die Landschaften wurden organisiert, Kirchen und Klöster wurden in die Organisation des Landes miteingeschlossen, die Adelsfamilien wurden 1280 von Steuern und Rossdienst befreit. In diesem Gebiet entstanden jetzt mehrere fest organisierte Städte, die teils im Gegensatz zu anderen Teilen des heutigen Schwedens durch die Jahrhunderte hindurch Bestand hatten – Linköping 1287.
Das Ackerland gehörte der Krone, der Kirche und dem Adel (Utile-Paragraph), im 12. Jahrhundert Königsfamilien wie den Folkunga- und Eriksgeschlechtern, aber vor allem dem Sverkergeschlecht.
Im 13. Jahrhundert gerieten neue hochadlige Geschlechter in den Vordergrund. Die interessanteste Person in unserem Gebiet, ja, auch auf Landesebene, war der Ratsherr und Oberste Richter aus Värend, Nils Sigridsson, Gründer der Familie Natt och Dag. Er hatte das Heilige Land besucht, war aktiv im Olof-Kult, und besuchte (wahrscheinlich) Nidaros (Trondheim) usw. Er betrachtete alle Funktionen der Gesellschaft aus strikt christlicher Perspektive und erwählte 1299 Askeby zum Begräbniskloster seiner Familie. Die Tatsache, dass viele bekannte Adelsgeschlechter auf unterschiedliche Weise versuchten, ihre Verwandtschaft zu beweisen, war für Kloster Askeby von großem Nutzen.
Der Betrieb der Landwirtschaften änderte sich langsam. Die bewirtschaftete Erde wurde in Dörfer aufgeteilt, in denen die Höfe von Landbauern betrieben wurden, die den Besitzern der Höfe, dem König, den Adelsherren oder den Bischöfen verschiedene Abgaben zahlten. Dieses Wirtschaftssystem bestand danach jahrhundertelang. Die Rechte und Pflichten der Bauern waren in den Landschaftsgesetzen gesetzlich festgelegt.
Im 14. Jahrhundert erlebte ganz Skandinavien eine Landwirtschaftskrise, deren Ursache teilweise aus einer ökologischen Krise bestand. Sie führte zu Krankheiten und Seuchen, von denen die bekannteste von 1360 bis 1369 herrschte, und die in den folgenden hundert Jahren ständig wiederkehrte. Güter und bewirtschafteter Boden erlebten vom 14. bis zum 16. Jahrhundert eine stärkere Zersplitterung.
Die Familie Natt och Dag ist neben der Familie Bielke diejenige mit rein schwedischem Ursprung, deren Ahnenlinie sich gesichert bis auf den Ritter Nils Sigridsson, bekannt bereits ab 1280, zurückverfolgen lässt. Er führte den geteilten Wappenschild ab mindestens 1287. Sein mutmaßlicher Halbbruder Karl Estridsson führte bereits 1281 dasselbe Wappen, weshalb dessen Ursprung etwas unklar ist, was auch für den Zusammenhang zwischen den allerfrühesten Generationen gilt. Der Genealoge Rasmus Ludvigsson gab dieser Familie im 16. Jahrhundert den Namen „Dag och Natt“ nach ihrem Wappen, einem geteilten Schild, auf dem das obere Feld golden und das untere blau ist.
