Es gibt spannende und in manchen Fällen dramatische Erzählungen über Mädchen, die aus dem einen oder anderen Grund gezwungen worden waren „ins Kloster zu gehen“. Die schlimmsten Beispiele stammen oft aus manchen Kleinstaaten in Deutschland, die reich an Adel waren und in denen die eigenen Untersuchungen der Kirche zeigen konnten, dass die Klöster in gewissen Fällen ein „Entlastungsort“ für Adelstöchter geworden waren. Dies geschah hauptsächlich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten und in mehreren Fällen mit erschreckenden Resultaten!

Die verhältnismäßig kleinen schwedischen Klöster waren allerdings deutlicher in die mittelalterliche Gesellschaft inkorporiert, sie wurden in Kooperation mit der Aristokratie gegründet. Um als Nonne angenommen zu werden, wurde eine Gegenleistung verlangt, dabei handelte es sich in den meisten Fällen um eine Donation von Boden. In der Forschung der neueren Zeit möchte man das herkömmliche Bild nuancieren, in dem der Vater hauptsächlich wirtschaftliche Motive dafür hatte, eine Tochter ins Kloster zu geben. Eine Klosterdonation brachte große soziale Vorteile ein, und die Klöster besaßen eine eigene Attraktionskraft. Die sozialen Vorteile waren mit den religiösen unauflösbar verbunden.
Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass das Klosterleben eine Idylle ohne Konflikte war. Moderne Religionsforschung zeigt aber, dass eine der wesentlichsten Voraussetzungen für Religiosität eine stabile und auf festem Grund ruhende Persönlichkeit ist. Die Äbtissinnen können zu dieser Gruppe Nonnen gezählt werden.
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